Salaam-Schalom bei #NoPegida

Wir, Muslime, Juden, Gläubige, nicht-Gläubige haben nun eine große Sorge. Die Sorge, dass die Islam- und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft steigt. Das verstehen und denken schon viele. Aber noch wichtiger ist zu bemerken, dass sich Muslime, Juden und andere betroffene Minderheiten zurückziehen als Reaktion auf diese feindliche Atmosphäre. Der Dialog wird unterbrochen. Zwischenmenschliches und Interkulturelles Verständnis vermindert sich. Diese Verfremdung erhöht Angst und Sorge. Und, es ist genau diese Angst vor dem Unbekannten, die Hass verursacht.

Dagegen arbeiten viele Gruppen wie z.B. unsere SalaamSchalom Initiative oder schon lange Jahre, die Şehitlik Moschee in Neukölln. Mit Interkulturellem Dialog und viele ähnlichen Projekte versuchen wir “Brücken anstatt Mauern” zu bauen. Über 130 Jahre Geschichte hat der Islamischer Friedhof und jährlich kommen 30.000 Besucher, die ehrenamtlich durch die Moschee geführt werden. Bei einem türkischen Tee kann man über Religion, Gott und die Welt aber auch über Ängste, Sorgen und Vorurteile sprechen.

Die Pegida und solche ähnliche Bewegungen versuchen ihren Hass zu Verbergen. Angeblich hätten die nur Sorgen. Man fürchtet sich vor Terrorismus und Extremismus. Glauben Sie mir, das Wissen wir, die Minderheiten schon gut.

Also frage ich jetzt diese Menschen, können wir nicht zusammen über unsere Sorgen sprechen, gemeinsam die Probleme anpacken und miteinander glücklich werden? Ich lebe seit ein paar Jahren in Deutschland und das schönste hier ist die Vielfalt und Offenheit. Es ist eine Bereicherung so viele unterschiedliche Kulturen, Ethnien, Religionen, Lebensformen kennenlernen zu dürfen. Das darf uns nicht fehlen.

Also wir, Juden, Muslime, Alt- und Neuzuwanderer, Bio- und Wahldeutsche, wir sind das Volk. Wir sind hier. Wir bleiben hier. Und das ist gut so!

(Seit vier Wochen reden wir jeden Montag gemeinsam mit anderen Initiativen aus Berlin gegen den Hass von Pegida und Co. an. Diesen Redebeitrag hat unser Mitglied Deniz Mert Mercan am 19. Januar 2015 bei der #NoPegida-Kundgebung in Berlin gehalten.)

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