Salaam-Schalom bei #NoPegida

Es ist beängstigend und beschämend für mich, in Dresden und Leipzig so viele Menschen für Pegida auf der Strasse zu sehen.

Und genaus so ist es auch ein befreiendes Gefühl, in Dresden und Leipzig und hier in Berlin so viele Menschen gegen die Bewegung demonstrieren zu sehen.
Bei diesem Anblick kann ich mir ein Deutschland vorstellen, in dem ich gerne leben möchte.

Dabei nur die Zahlen zu betrachten, verleitet uns aber dazu, in unserer Überzahl einen Sieg zu sehen.
Oft hatte ich in den letzten Tagen das Gefühl, dass durch die Grösse der Gegendemonstrationen die Relevanz der Pegida Bewegung abgewertet wird.
Aber das Problem, mit dem wir hier konfrontiert werden, ist nicht gelöst, wenn Pegida nicht mehr auf der Strasse zu sehen ist.

Die Berührungsängste, der Wissensmangel, die Verschlossenheit und die Abneigung gegen alles Fremde sind keine Themen, die nur in Ostdeutschland bleiben. Diese Probleme treten nicht nur in der Gestalt einer Demonstration in Erscheinung. Diese Entwicklung betrifft uns alle – überall in Deutschland.

Tausende Deutsche besuchen diese Demonstrationen, und tausende mehr sympathisieren still mit diesem Gedankengut. Und auch wenn diese Sympathiesanten nicht in die Öffentlichkeit gehen, spürt man, dass Pegida in den letzten Wochen eine Veränderung herbeigeführt hat, die sich in alle Bereiche zieht.

Freunde von mir wurden hier in Berlin in der Ubahn aufgefordert, das Land zu verlassen, oder gefälligst Deutsch mit Ihrem Kind zu sprechen. Vor einigen Tagen wurde ich zusammen mit einer arabischen Freundin höflichst darum gebeten, eine Kneipe wieder zu verlassen.

Fremdenfeindlichkeit trägt heute in Deutschland wieder einmal nicht nur Glatze und Stiefel, sondern wird auch in der Mitte der Gesellschaft ohne Schahm offen ausgesprochen. Es häufen sich rassistische Anfeindungen im öffentlichen Raum. Es wird kein Blatt mehr vor den Mund genommen. Viele Deutsche zeigen uns Ihre Angst, und Ihren Unwillen, andere willkommen zu heissen.

Eigentlich können wir Pegida dankbar dafür sein. Heute ist Deutschland gezwungen, sich mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Wir dürfen keinen Tag länger ignorieren, was hier unter der Oberfläche brodelt.

Es ist nicht genug, dabei nur zu demonstrieren. Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für die Entwicklung unserer Gesellschaft.

Solidarität und tägliche Zivilcourage sind unsere Beiträge für ein Deutschland, in dem Christen, Muslime und Juden, Deutsche und Migranten sich gleichermassen sicher und wohlfühlen können. Ich will mich für dieses Land nicht schämen müssen.

(Seit vier Wochen reden wir jeden Montag gemeinsam mit anderen Initiativen aus Berlin gegen den Hass von Pegida und Co. an. Diesen Redebeitrag hat unser Mitglied, Rebecca de Vries am 26. Januar 2015 bei der #NoPegida-Kundgebung in Berlin gehalten.)

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Wir sind nicht Charlie Hebdo / We are not Charlie Hebdo

(The English translation of the statement follows below.)

Im Nachspiel der Tragödie und des Entsetzens über die Charlie Hebdo Morde, und der Diskussionen, die diese losgestoßen haben, beobachten wir eine Eskalation des Hasses auf Muslime und Migranten. Die Auswirkungen der Diskurse, in deren Fokus ein vereinfachter Gegensatz von “Islam kontra Freiheit” steht, haben globale, nationale und lokale Konsequenzen, und berühren unausweichlich das Leben und die Sicherheit derjenigen, die unter uns in Berlin leben.

Wir glauben fest an das Recht auf freie Meinungsäußerung, und daran, dass auf Grund der Aussage konträrer Meinungen niemandem jemals das Leben genommen werden darf.  Gleichzeitig lehnen wir die Instrumentalisierung des Angriffes auf Charlie Hebdo, die weiteren Hass gegen Muslime und Migranten schürt, durch jedwede politische Partei oder Medieneinrichtung ab. Die brutalen Morde von Paris bringen uns nicht von unserer ethischen und politischen Überzeugung ab, dass das erneute Publizieren rassistischer Komiks über diejenigen, die in unserer Gesellschaft marginalisiert und unterdrückt werden, falsch ist. Derartige Reaktionen führen zu zunehmender Feindlichkeit, Diskriminierung, Entfremdung, Unterdrückung, zu Gewalt und Hass gegen die in Deutschland lebenden Muslime und Migranten.

Das erste Mal seit Ende des Zweiten Weltkrieges wird in unserer Gesellschaft der Hass auf eine religiöse Gruppe offen akzeptiert. Als Juden, Muslime und Christen, als säkulare Menschen, und als Menschen unterschiedlicher Herkunft, stehen wir solidarisch zusammen, gegen Rassismus, Marginalisierung, Vorurteile und Hass, gegen die Dämonisierung des Islams und der Muslime. Wir sind nicht Charlie Hebdo.

In the aftermath of the tragedy and horror of the Charlie Hebdo murders and the discussions that have been triggered, we observe an escalation of hatred towards Muslims and migrants. The repercussions of discourses focusing on simplistic binaries of Islam vs. freedom have global, national and local consequences, and therefore inevitably affect the life and security of people living among our midst in Berlin.

We firmly believe in the right to free speech and that no one should ever be deprived of their right to life for expressing disagreeable views. However,  we reject the instrumentalization of the Charlie Hebdo attacks by any political force or the media to further incite hatred against Muslims and migrants. The brutal murders in Paris do not suspend our political and ethical belief that republishing racist cartoons of those already oppressed and marginalized in our society is wrong. Such reactions lead to increased hostility, discrimination, alienation, oppression, violence and hatred against Muslims and migrants living in Germany.

It is the first time since WWII that hatred against a religious group is openly accepted in our society. We as Jews, Muslims, Christians, seculars and people of various origins and beliefs stand in solidarity and resistance against racism, marginalization, prejudices, hatred and the demonization of Islam and Muslims. We are not Charlie Hebdo.

Wie wird Antisemitismus (nicht) instrumentalisiert?

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Der israelischstämmige Shahak Shapira wurde in der Neujahrsnacht in Berlin von mutmaßlich arabisch- oder türkischstämmigen Jugendlichen angegriffen. Direkt danach erhob er seine Stimme, zuerst auf seinem Facebook-Account, später auch in der Presse: Er wolle nicht, dass dieser klar antisemitische Vorfall instrumentalisiert wird, um Islam- und Fremdenfeindlichkeit zu rechtfertigen.

Moment mal: Antisemitismus kann benutzt werden, um gegen andere Minderheiten zu hetzen?
Was sind die Formen und Funktionen von Antisemitismus als potentielle Muslimhetze? In welchem Spannungsfeld steht Antisemitismus wenn es um muslimische Minderheiten in Berlin geht?

Um diese und weitere Fragen zu beleuchten lädt die Salaam-Schalom Initiative zusammen mit der Neuköllner Bürgerstiftung am 13. Januar, um 18:00 zu einer offenen Gesprächsrunde mit Shahak Shapira, dem Betroffenen (Artdirector), Sultan Doughan, Kulturanthropologin (UC Berkeley) und Hannah Tzuberi, wissenschaftliche Mitarbeiterin (Institut für Judaistik, FU Berlin)

Ort: Neuköllner Leuchtturm (Emser Straße 117, 12051 Berlin)

5.1. #NoRacism #NoBärgida

Komm mit uns auf die Straße!

Gemeinsam gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung auf die Straße!

**english below**

Auftakt 17.00 Uhr Klosterstaße/Ecke Stralauer Str.

‪#‎NoPegida‬ ‪#‎NoBergida‬ ‪#‎NoBärgida‬ ‪#‎NoRacism‬

Der „Patrioten e.V.“ versucht mit einer Demonstration am 05. Januar in Berlin einen “Pegida”-Ableger unter dem Namen „Bärgida“ zu etablieren. Hinter dem “Patrioten e.V.” stecken das rechte bis völkisch-nationalistische Umfeld von Gruppen wie “German Defence League”, “Pro Deutschland”, “Die Freiheit”, aber auch sogenannte „Identitäre“ und Sympathisant_innen von AfD und NPD.
Als verängstigte Bürger_innen verharmloste Nazis und Rassist_innen mobilisieren seit Wochen zu Aufmärschen, die sich hauptsächlich gegen Geflüchtete und Muslime_a richten. Ängste vor dem Verlust von Privilegien und des eigenen sozialen Status werden geschürt, Sündenböcke erfunden und Betroffene gegeneinander ausgespielt.

Politiker_innen aus Bundes- und Landesregierungen verbergen mit zaghaften Abgrenzungen von Pegida ihre eigene Verantwortung für die rassistischen Mobilisierungen. Diskriminierende Debatten über einen angeblichen “Asylmissbrauch” dienen ihnen im politischen Tagesgeschehen als Rechtfertigung für Sanktionen, Verschärfungen des Asylrechts und die Ausgrenzung von Menschen. Die Argumentationsmuster und Vorgehensweisen ähneln dabei der “Das Boot ist voll”-Rhethorik Anfang der 1990er Jahre.
Heute nehmen rassistische Angriffe europaweit zu. Ziel sind oft Geflüchtete und ihre Unterkünfte, Moscheen, Muslime_a, Rom_nija und Schwarze Menschen. Diese erschreckenden Entwicklungen nehmen wir zum Anlass, uns jeder Form von Rassismus noch entschlossener entgegenzustellen. Wir sagen: Rassismus blockieren ist unser Recht! Wir verhandeln und verharmlosen nicht, wir ergreifen die Initiative!

Der Widerstand wächst bereits: Bonn, Kassel, Dresden, München – mittlerweile stellen sich zehntausende den rassistischen Aufmärschen in den Weg. Wir rufen alle Berliner_innen dazu auf, sich den rechten, nationalistischen und rassistischen Gruppierungen ebenso in den Weg zu stellen! Pegida, Bärgida, egal unter welchem Namen, wir werden den organisierten Rassismus stoppen, in Berlin und anderswo!
Die Kämpfe gegen Rassismus und vor allem die Forderungen der erstarkenden Bewegungen von Geflüchteten zeigen die Richtung an, in die unsere Gesellschaft verändert werden muss. Stellen wir uns den Rassist_innen am 05. Januar entgegen!
Machen wir deutlich, wie vielfältig und stark unsere Solidarität ist!

Bündnis gegen Rassismus

Erstunterzeichner_innen:
Afrika-Rat Berlin Brandenburg
Allmende e.V.
AFROTAK TV cyberNomads
Antifaschistische Linke Jugend (alj)
Andere Zustände Ermöglichen
Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der AntifaschistInnen
Bündnis Neukölln – Miteinander für Demokratie, Respekt und Vielfalt
Bündnis Zwangsräumung Verhindern
Büro Eta Boeklund, Dr. Angela Dreßler
FelS-Berlin (organisiert in der IL)
Kampagne Zusammen handeln – gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung
Initiative Grenzen_weg! der Alice-Salomon-Hochschule Berlin
IniRromnja
ISD Bund e.V. Initiative Schwarze Menschen in Deutschland
Museum des Kapitalismus
NaturFreunde Berlin
Salaam-Schalom Initiative
ver.di Bezirk Berlin

Unterstützer_innen:
BO Gesundbrunnen
Jusos Berlin
Landesarbeitsgemeinschaft Antifaschismus DIE LINKE Berlin
Die Linke. Berlin

++++

Jan. 5th: Demo – United against racist propaganda and social exclusion!

5pm Klosterstraße/Stralauer Str.

#NoPegida #NoBergida #NoBärgida #NoRacism

The “Patrioten e.V.” is trying to establish a branch of “Pegida” under the name “Bärgida” through a demonstration in Berlin on January 5th. At the bottom of the “Patrioten e.V.” is the right-wing and folkish-nationalist surrounding of groups such as “German Defence League”, “Pro Deutschland”, “Die Freiheit”, but also socalled “Identitäre” and symapthizers of AfD and NPD.
Trivialized as scared citizens, Nazis and racists have been mobilizing for demonstrations against refugees and muslims for weeks. Fears of losing privileges and the own social status are being stoked, scapegoats invented and the ones concerned are played off against each other.

Politicians from national and federal governments hide their own responsibilty for the racist mobilization through tentative dissociation from Pegida. Discriminating debates about alleged “asylum abuse” are serving as a legitimization for sanctions, aggravation of asylum laws and exclusion of people in daily political practice. The pattern of argumentation and the course of action thereby resemble the “The boat is full”-rhetoric in the early 1990s.

Racist attacks are increasing europe-wide these days. Often refugees and their accomodation, mosques, Muslims, Rom_nija and Black people are targeted. We take this shocking development as a cause to make an even stronger stand against any form of racism. We say: Blocking racism is our right! We do neither negotiate nor trivialize, we take the initiative!

The resistance is already growing: Bonn, Kassel, Dresden, Munich – by now, tens of thousands are opposing the racist demonstrations. We call all people in Berlin to also take a stand against right, nationalist and racist groups! Pegida, Bärgida, no matter under what name, we will stop organized racism, in Berlin and elsewhere!
The fight against racism and especially the demands of the increasingly strong movement of refugees show the direction to which our society must be changed. Let’s rise against the racists on Jan. 5th! We will make clear how diverse and strong our solidarity is!

Was du schon immer fragen wolltest – Achtung: Intoleranz!

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Ein Jude, ein Christ, ein Muslim und ein Atheist sitzen in der Mitte eines Raumes.

So könnte auch ein guter Witz anfangen, an diesem Abend steckt aber mehr dahinter: Die Salaam-Schalom-Initiative lädt zur dritten inter- und außerreligiösen Soirée ein!
Lasst uns über unseren (Nicht-)Glauben sprechen. Diese vier Menschen im Raum warten nur darauf, dass Du ihnen die Fragen stellt, die Du schon immer fragen wolltest.

Dieses Mal besprechen wir Fragen rund um das Thema Intoleranz: In Dresden gehen tausende Menschen auf die Straßen und demonstrieren gegen „Islamisierung“, in anderen Städten sympathisieren viele mit Pegida, in Berlin finden Kundgebungen gegen Flüchtlingsheime statt. Soll man überhaupt darauf reagieren? Wenn ja, wie?

Neugierig? Noch weitere Fragen? Komm am 15. Januar um 19:00 Uhr zur inter- und außerreligiösen Soirée der Salaam-Schalom Initiative und des Interkulturellen Begegnungszentrums Genezareth ins Interkulturelle Zentrum (Herrfurthplatz 14, 12049 Berlin; U8 Boddinstr.).

Zwischen Antisemitismus und Antimuslimismus: Die Teilnehmenden

Die Teilnehmenden unserer Podiumsdiskussion am 11. November um 18:00 in der Werkstatt der Kulturen:

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Tarek Bärliner (oben links), Dekel Peretz, Juliane Wetzel und Mekonnen Mesghena (unten rechts)

Die Gäste:

Tarek Bärliner
Journalist, Islamische Zeitung

Tarek Bärliner stammt, passend zum Namen, aus Berlin. Durch sein Studium der Kommunikationswissenschaften kam er zu der Islamischen Zeitung, bei der er für das Online-Ressort zuständig ist. Während des Gaza-Kriegs im Sommer 2014 startete er in der  IZ ein Programm zur Erinnerung an die muslimisch-jüdische Freundschaft. Der Sohn eines Deutschen und einer Syrerin ist außerdem ehrenamtlich tätig im Shems Sozialnetzwerk und der Semerkand-Moschee in Schöneberg.

Dekel Peretz
Historiker, Programmorganisator der Fraenkelufer Synagoge

Dekel Peretz ist in Israel und in den USA aufgewachsen. Seit zwölf Jahren lebt er in Berlin, studierte an der Humboldt und der Technischen Universität Geschichte, Philosophie und Volkswirtschaftslehre. Zur Zeit arbeitet er an seiner Dissertation im Bereich deutsch-jüdische Geschichte am Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam. Seit über zwei Jahren engagiert er sich im Rahmen des Vereins „Freunde des Fraenkelufers“ beim Aufbau der Synagoge Fraenkelufer als ein Zentrum für das jüdische Leben in Kreuzberg.

Dr. Juliane Wetzel
Antisemitismusforscherin, Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin

Juliane Wetzel promovierte in Geschichte und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Seit 1991 ist sie Mitarbeiterin des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Zu ihren Arbeitschwerpunkten gehören Rechtsextremismus, insbesondere Rechtsextremismus und Antisemitismus im Internet sowie die verschiedenen Formen des Antisemitismus im In- und Ausland. Sie hat mehrere Bücher und zahlreiche Aufsätze zur Zeitgeschichte, zur deutsch-jüdischen Geschichte und zu Displaced Persons vorgelegt. Sie war Mitglied des unabhängigen Expertenkreises des Deutschen Bundestages gegen Antisemitismus (Co-Koordinatorin) war.

Der Moderator:

Mekonnen Mesghena
Leiter des Bereiches Migration und Diversity in der Heinrich-Böll-Stiftung

Mekonnen Mesghena leitet das Referat Migration & Diversity der grünnahen Heinrich-Böll-Stiftung. Zuvor war er zuständig für die medienpolitischen Aktivitäten der Stiftung. Er arbeitete mehrere Jahre als freier Journalist und schreibt heute für diverse inländische und internationale Magazine, Rundfunkanstalten und Websites. Er engagierte sich mehrere Jahre als Sprecher des Dritte Welt Journalisten Netzes und hat 1993 Media Watch Germany mitgegründet. Im Frühjahr 2013 löste seine Initiative, rassistische Ausdrücke aus Kinderbüchern zu entfernen, eine heftige Mediendebatte über Rassismus, Sprache und Zensur aus. Bekannt auch als „Kinderbuchdebatte“ oder „N-Wort Debatte“ wurde sie weit über die Grenzen Deutschlands hinaus diskutiert.

Zwischen Antisemitismus und Antimuslimismus

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„Hamas, Hamas, Juden ins Gas!“ – riefen Demonstranten auf pro-palästinensischen Kundgebungen im Juli 2014. Kurz darauf schrieben Zeitungen über „importierten Antisemitismus“ und darüber, dass die Nazis von heute nicht mehr „Heil Hitler“ rufen, sondern „Allahu akbar“.

Wir hören und lesen regelmäßig über Antisemitismus unter Muslimen in Deutschland – obgleich über 90% der antisemitischen Straftaten von deutschen Mehrheitsangehörigen begangen werden. Nach den pro-palästinensischen Kundgebungen meinten einige gar, dass es eine „Lawine von Antisemitismus“ in Deutschland gäbe; andere nennen das Jahr 2014 die „schlimmste Zeit seit dem Holocaust“.

Was ist hier los? Ist Antisemitismus unter Muslimen mit familiären Bezügen zum Nahen Osten tatsächlich weiter verbreitet, als unter anderen religiös-kulturellen Gruppen in Deutschland? Oder liefern uns deutsche Medien einen unguten Cocktail aus routiniertem Muslim-Bashing und spontanem Philosemitismus, um sich aus der historischen Verantwortung für die Shoa zu stehlen?

Diese und weitere Fragen werden bei dem Podiumsgespräch der Salaam-Schalom Initiative am 11. November um 18:00 in der Werkstatt der Kulturen (Wissmanstr. 32, 12049 Berlin-Neukölln) im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus 2014 diskutiert.

Gäste:

  • Tarek Bärliner, Journalist der Islamischen Zeitung
  • Dekel Peretz, Historiker, Programmorganisator der Synagoge Fraenkelufer
  • Dr. Juliane Wetzel, Antisemitismusforscherin am Zentrum für Antisemitismusforschung, Technische Universität Berlin

Moderator:

  • Mekonnen Mesghena, Leiter des Bereiches Migration und Diversity in der Heinrich-Böll-Stiftung

Mehr Infos über die Teilnehmenden: https://salaamschalom.wordpress.com/2014/11/06/zwischen-antisemitismus-und-antimuslimismus-die-teilnehmenden/