Stop Trump, Boycott Racism / Stoppt Trump, Boykottiert Rassismus

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Stoppt Trump – Boykottiert Rassismus
Demonstration vor dem Geschäft New Balance in Berlin Mitte

Datum: 2. Februar 2017 um 18:00
Ort: Münzstr. Ecke Alte Schönhauser Str.

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Seit Trumps Amtsantritt vergeht kein Tag ohne dass grundlegende Menschenrechte von Migrant_innen, Muslim_innen, Frauen und Armen angegriffen werden. Jetzt ist die Zeit für uns alle zu handeln!

Trumps rassistische Politik kann nur dann Bestand haben, wenn einflussreiche Institutionen schweigen oder Unterstützung anbieten. Auf multinationale Unternehmen, die entweder Trump unterstützen oder sich in Schweigen hüllen, muss Druck ausgeübt werden, sich dem Widerstand gegen die Erosion der US-amerikanischen Demokratie anzuschließen.

Der Schuhhersteller New Balance ist ein stolzer Unterstützer von Trump. Protest und Boykottaufrufe gegen die Firma haben sich ausgeweitet, als deren Sprecher nach Trumps Wahlsieg bekanntgab, dass „[wir] mit dem gewählten Präsidenten Trump fühlen, dass wir in die richtige Richtung gehen“. Am 13. Januar veröffentliche der Boston Globe eine Untersuchung und legte dar, dass der Vorstand des Unternehmens, Jim Davis, fast 400 000 Dollar an die Wahlkampfkampagne von Trump gespendet hatte (https://www.bostonglobe.com/metro/2017/01/13/new-balance-founder-gave-nearly-trump/HEoVw5ig6OHhLKOc3dDorO/story.html ).

Inspiriert von dem jüdischen Anti-Nazi-Boykott 1933 und Boykottaktionen gegen die Apartheid in Südafrika rufen wir zu einem Boykott gegen all die Firmen und Institutionen auf, die durch Worte, finanzielle Mittel, oder Taten die Politik Trumps ermöglichen.

Wir, jüdische, muslimische Aktivist_innen und Verbündete, rufen deshalb zu einer Demonstration vor dem Hauptgeschäft von New Balance in der Münzstraße 23 in Berlin Mitte auf. Bitte bringt Eure New Balance Schuhe mit, falls Ihr welche habt, so dass wir sie symbolisch in die Mülltonne werfen, und dem Laden „zurückgeben“ können

Stop Trump – Boycott Racism
Demonstration in front of the New Balance store in Berlin Mitte

Date: 2. Februar 2017 um 18:00
Venue: Münzstr. Ecke Alte Schönhauser Str.

Since Trump’s inauguration, not a day has passed by without attacks on the basic human rights of migrants, Muslims, women and the poor. Now is the time for all of us to act!

The Trump administration’s racist policies can only come into being to the degree that powerful institutions remain silent or offer support. Multinational corporations are already the focus of US activists. All corporations which are either supporting Trump or remaining silent must be pressured to the join the resistance to this erosion of US American democracy.

The shoe manufacturer New Balance proudly supports Trump’s administration. Protest and boycott calls against the company spread shortly after Trumps victory, as a speaker of the company stated that “with President-elect Trump, we feel things are going to move in the right direction“. On the 13th of January, The Boston Globe published a well-resourced investigation of New Balance, reporting how the owner of the company, Jim Davis, gave nearly $400,000 to the Trump election campaign ( https://www.bostonglobe.com/metro/2017/01/13/new-balance-founder-gave-nearly-trump/HEoVw5ig6OHhLKOc3dDorO/story.html ).

Inspired by the Jewish Anti-Nazi Boycott from 1933 and the Boycott campaign against Apartheid South Africa, we call for a boycott of all companies and institutions which by word, money or deeds enable the Trump administration.

We, Jewish and Muslim activists and allies living in Berlin, call for a demonstration in front of the flagship store of New Balance in Münzestr. 23 in Berlin Mitte. We call on everyone to stand with us in solidarity and to join this protest. Please bring your own New Balance shoes, if you might have them, so we could symbolically dump them in a trash can and return them to shop.

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#RefugeesWelcome: Europa ohne Grenzen / Europe without borders

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Foto (c) JD @ Migszol Csoport

Europa definiert sich schon wieder über Grenzen. Das ist nicht das Europa, das wir wollen. Wir wollen kein Kontinent sein, der Hilfesuchenden die Tür vor der Nase zuschlägt, der Flüchtlinge auf Boote zwingt, der Kinder im Meer ertrinken lässt, der Gewalt anwendet anstatt zu helfen.

Wir wollen ein geeintes und offenes Europa! Wir wollen aus der EU eine Union machen, die Verantwortung übernimmt.

Deswegen rufen wir zu einer Aktion für ein Europa ohne Grenzen vor dem Brandenburger Tor am Sonntag, 20. September um 18:00 auf.

Auf Facebook: https://www.facebook.com/events/1716808038549724/

Europe defines itself again through borders. This is not the Europe we want. We don’t want to be a continent that closes the door to those who seek help, that forces refugees to ships, that lets children drown in the sea, that uses violence instead of helping.

We want a united and open Europe! We want the EU to be a union that takes responsibility.

Please join us for an action for a Europe without borders in front of the Brandenburger Tor this Sunday on 20. September at 18:00.

On Facebook: https://www.facebook.com/events/1716808038549724/

„Wir sind Deutschland“ – Kundgebung für Chancengleichheit

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Die Neuköllner Salaam-Schalom Initiative organisiert mit Unterstützung von mehreren Gemeinden, Vereinen und Organisationen am 14. Juli um 18:30 Uhr vor dem Rathaus Neukölln eine Kundgebung unter dem Motto „Wir sind Deutschland“. Wir fordern Chancengleichheit, die Frauen jeder Herkunft, aller kulturellen Hintergründe gleichermaßen Zugang zu öffentlichen Ämtern gewährt. Frauen, die in Deutschland Kopftuch tragen, sehen sich täglich struktureller und institutioneller Diskriminierung ausgesetzt.

Wir, die Unterzeichnenden möchten alle Frauen, ob mit oder ohne Kopfbedeckung, unterstützen: Kopftücher sind ebenso wie Hochsteckfrisuren, Kippot oder Hüte ein Teil von Neukölln, ein Teil Deutschlands. Wir repräsentieren diesen Bezirk und dieses Land, und fordern das Recht ein, diese Repräsentation auch (und gerade) in öffentlichen Ämtern wahrnehmen zu können.

Mit dieser Demonstration solidarisieren wir uns mit Frauen, die sich stellvertretend für uns alle für Chancengleichheit und gegen Diskriminierung in Deutschland einsetzen. Wir wollen unsere Stimme für ein offenes, inklusives Neukölln, Berlin und Deutschland erheben. Wir sind Deutschland.

Die Unterzeichnenden:

Falls Ihr oder Eure Initiative, Gemeinde, Organisation, Verein die Demo unterstützen wollt, bitte meldet Euch bei den Organisatoren unter salaam.schalom.initiative@gmail.com.

Erinnert euch! // Salaam-Schalom @ Kreuzberger CSD

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Armin und Iskandar, Mitglieder der Initiative auf der Kreuzberger CSD-Bühne.

Redebeitrag der Salaam-Schalom Initiative @ Kreuzberger CSD am 27. Juni 2015

Im Judentum gibt es ein religiöses Gebot, das in der Tora niedergeschrieben ist: „Zachor“: Erinnere dich! Es steht in der Tora 36 Mal: „Unterdrücke den Fremden nicht, weil du selbst Fremd in Ägypten warst“. Du erinnerst dich daran, wie fremd zu sein sich anfühlt.

Im arabischen existiert ein Verb mit derselben Wurzel: ذكر. Es kommt im Koran ganz oft vor, immer dann wenn Gott mit den Menschen spricht أفلا تتذكرون  wolltet ihr euch nicht erinnern? nicht bedenken? und an einer anderen Stelle sagt er „Doch erinnern sich nur die Einsichtigen“.

Wir sind heute hier, um das Gebot des Erinnerns zu beleben. Weil wir uns gegen das Vergessen erheben möchten. Hannah Arendt hat mal geschrieben „Die größten Übeltäter sind jene, die sich nicht erinnern, die sich auf das Getane niemals Gedanken verschwendet haben“.

Lasst uns also ein paar Minuten darauf verschwenden und uns ein paar Gedanken machen. Ich fange mit mir selber an. Vor sechs Jahren kam ich nach Deutschland. Ich dachte, die Zeit sei gekommen offen zu meiner sexuellen Identität als schwuler Mann zu stehen. Ich fühlte mich gezwungen meine muslimische und arabische Identität immer wieder neu zu erfinden, mich immer wieder anzupassen. In den Augen vieler Menschen hier stellte ich ein Rätsel dar. Wie kannst man Schwul und Muslim sein? Die Andersartigkeit, das Gefühl anders zu sein selbst innerhalb der queer-community wurde mir erst von Außen auferleget. Ich musste vieles, zu recht oder unrecht, rechtfertigen, ich musste mich vielen Stereotypen und angefertigten Formaten von Muslim- oder Arabisch-Sein anpassen. Es ging so weit, dass mich einmal jemand fragte: „Und wieso bist du eigentlich aktiv? wegen deiner Religion?“.

Man würde denken, dass Antisemitismus keinen Platz unter Schwulen hat. Das ist natürlich falsch. Ich erinnere mich noch gut an ein Date: Wir saßen in einem netten Kaffe, führten seit zehn Minuten ein ziemlich angenehmes und ruhiges Gespräch, als ich in einem Nebensatz erwähnte, dass ich übrigens jüdisch bin. Plötzlich veränderte sich das Gesicht des jungen Mannes gegenüber. Er stand auf, rief noch „verfickter Jude“ bevor er verschwand. Ich war also gezwungen, für seinen Latte Macchiato zu bezahlen. Juden und Schwule wurden im christlichen Abendland jahrhundertelang gleichermaßen verfolgt. Statt Feindschaft sollten wir ein Bündnis eingehen.

Wir sollen uns hier an die Zeiten als die Queer-Identitäten in den westlichen Gesellschaften und natürlich hier zu Lande aggressiv verfolgt wurden, erinnern. Es waren Jahrhunderte von Diskriminierung, Verfolgung und institutioneller Gewalt. Es ist wahr, dass lesbische und schwule Identitäten heute noch in vielen Teilen der Welt verfolgt werden, und um ihr Leben fürchten müssen, und dass es uns hier, trotz bestehender Probleme, expliziten und latenten Varianten der Diskriminierung, im Vergleich relativ gut geht. Aber eben deswegen sollen wir uns an diese hasserfüllte Geschichte erinnern, die auch hier zulande, bis auf die letzten Jahrzehnten eine Rolle gespielt hat.

Wir, die queer-Community, haben mit den Schwachen und Unterdrückten der Welt etwas Gemeinsames. Wir teilen mit denen zusammen dieselbe Vergangenheit des Ausschlusses, der Ablehnung und Anfeindung der mächtigen Mehrheiten, die sich mit dem Anspruch einer imaginären „Normalität“ erlaubt haben uns als abfällige „Parallele“ Gesellschaft zu brandmarken.

Dass es uns hier heute gut geht, ist kein Grund die Fronten zu wechseln. Von der Gemeinschaft der Unterdrückten rüber zur Seite der Unterdrücker zu gehen, misstrauisch und herabwürdigend auf andere marginalisierte Identitäten zu schauen. Im Gegenteil. Es ist ein Grund zur Selbstreflexion. Zur kritischen Auseinandersetzung mit Rassismus, Diskriminierung, Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus und zwar innerhalb der Queer-Community. Und genauso wie der alternative CSD hier ein Zeichen gegen Kapitalismus und Konsumismus, gegen mercantilization of the queer case setzt, wollen wir heute ein Zeichen gegen die Gefahr der politischen Instrumentalisierung der Queer-Community setzten. Selbst wenn es um Homophobie geht, dürfen wir uns der Gefahr der Instrumentalisierung nicht aussetzten lassen. Homophobie ist zwar zu bekämpfen, aber sie darf nicht von ihren sozialen und ökonomischen Zusammenhängen getrennt und eindimensional betrachtet werden. In der Bekämpfung der Homophobie, sollen wir sie im Kontext der ungerechten Machtverhältnisse, die sie erzeugt, einbetten.

Wir möchten zur Solidarität aufrufen. Nicht nur mit anderen Queer-Identitäten in anderen Teilen der Welt, in der gleichgeschlechtliche Liebe als ein Verbrechen gilt, sondern vor allem mit allen Unterdrückten, mit allen Marginalisierten und allen ungehörten Stimmen. Es geht uns besser, aber die Jahrhunderte der Unterdrückung wollen wir nicht vergessen. Wir wollen etwas daraus lernen. Und wir wollen diese Lehre auf andere Diskriminierungsformen und rassistischen Erscheinungen übertragen. Nicht nur die Homo-Ehe ist eine queer-issue, für das wir kämpfen müssen. Antisemitismus ist eine queer-issue, für das wir kämpfen müssen. Antimuslimischer Rassismus ist auch eine queer-issue. Das Leiden der geflüchteten und Asylsuchende ist eine queer-issue.

Erinnert euch, wie es sich anfühlte, unterdrückt zu sein – und tut etwas für die Unterdrückten von heute!

 

Wir sind Deutschland – Demo vor dem Rathaus Neukölln

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Seit Jahren wird Neukölln von Bezirksbürgermeistern repräsentiert, die aus ihrer ideologischen Opposition gegen das (muslimische) Kopftuch keinen Hehl machen – in einem Stadtteil, in dem eine große Anzahl muslimischer Frauen ein Kopftuch tragen.

Mediale Hetze, paternalistische und bevormundende Deutungen, institutionelle und „wohlgemeinte“ Diskriminierung vermischen sich hier zu einem Klima, in dem muslimische Frauen gar keine andere Wahl haben, als sich als Bürgerinnen zweiter Klasse zu sehen. Noch hinzu kommt, dass mehr als ein Drittel aller Neuköllner überhaupt keinen Einfluss darauf haben, wer sie im Neukölln Rathaus vertritt: Ohne den Besitz einer EU-Staatsbürgerschaft ist man von Kommunalwahlen in Berlin ausgeschlossen.

Die Salaam-Schalom Initiative möchte hiermit (erneut) alle Frauen, ob mit oder ohne Kopfbedeckung, unterstützen: Kopftücher sind ebenso wie Hochsteckfrisuren, Kippot oder Hüte ein Teil Neuköllns. Wir repräsentieren diesen Bezirk und dieses Land, und fordern das Recht ein, diese Repräsentation auch (und gerade) in öffentlichen Ämtern wahrnehmen zu können.

Wir rufen auf zur Demonstration für ein inklusives Neukölln am 14. Juli um 18:00 vor dem Rathaus Neukölln.

Falls Ihr oder Eure Initiative, Gemeinde, Organisation, Verein die Demo unterstützen wollt, bitte meldet Euch bei den Organisatoren unter salaam.schalom.initiative@gmail.com.