Salaam Frau Giffey! Schalom Bezirksbürgermeisterin! [Fotos]

Mit Kopftüchern und Kippot für ein inklusives Neukölln. Salaam Frau Giffey! Schalom Bezirksbürgermeisterin! Wir begleiten Sie gerne kritisch weiter.

Fotos (c) 2015 Mohammedreza Soltani

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Salaam, Frau Giffey! Schalom, Bezirksbürgermeisterin!

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Am 15. April 2015 wird Franziska Giffey zur neuen Bezirksbürgermeisterin Neuköllns gewählt. Frau Giffey gehört der SPD-Fraktion an und folgt nicht nur formal, sondern auch ideologisch den Fußtapfen ihres Ziehvaters Heinz Buschkowsky: Sie kritisiert die vor kurzem (und viel zu spät) erfolgte Revision des „Kopftuchurteils“ durch das Bundesverfassungsgericht, und äußert sich „schockiert“ über muslimische Mädchen, die einen Hijab tragen. Weltanschauliche Neutralität ist für Frau Giffey weltanschauliche Homogenität.

Die Salaam-Shalom-Initiative widersetzt sich dieser vermeidlich „neutralen“ Politik: In Neukölln leben Muslime, Juden und diverse andere Religionsgemeinschaften, die ihre spezifischen religiösen Traditionen aufrechterhalten wollen – privat, öffentlich und selbstbewusst. Wir bestimmen selber was für uns Freiheit, Selbstbestimmung und Moral sind. Und wir haben das Recht, diese Bestimmung auch in Berufung auf unsere religiösen Traditionen zu unternehmen. Wir tragen einen Hijab, eine Kippa oder eine Kisui Rosh (die jüdische Kopfbedeckung für Frauen); wir beten in Moscheen und einer Synagoge, wir kaufen halal oder koscheres Fleisch; die Sprache unserer Herzen ist Türkisch, Arabisch, Persisch, Hebräisch und Deutsch; wir fasten an Ramadan und Jom Kippur; wir beschneiden unsere Söhne. Wir sind Neukölln.

Die Salaam-Shalom Initiative lädt ein zu einer Aktion vor dem Rathaus Neukölln, am 15.04.2015, um 17 Uhr.

 

Salaam-Schalom bei #NoPegida

Wir, Muslime, Juden, Gläubige, nicht-Gläubige haben nun eine große Sorge. Die Sorge, dass die Islam- und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft steigt. Das verstehen und denken schon viele. Aber noch wichtiger ist zu bemerken, dass sich Muslime, Juden und andere betroffene Minderheiten zurückziehen als Reaktion auf diese feindliche Atmosphäre. Der Dialog wird unterbrochen. Zwischenmenschliches und Interkulturelles Verständnis vermindert sich. Diese Verfremdung erhöht Angst und Sorge. Und, es ist genau diese Angst vor dem Unbekannten, die Hass verursacht.

Dagegen arbeiten viele Gruppen wie z.B. unsere SalaamSchalom Initiative oder schon lange Jahre, die Şehitlik Moschee in Neukölln. Mit Interkulturellem Dialog und viele ähnlichen Projekte versuchen wir “Brücken anstatt Mauern” zu bauen. Über 130 Jahre Geschichte hat der Islamischer Friedhof und jährlich kommen 30.000 Besucher, die ehrenamtlich durch die Moschee geführt werden. Bei einem türkischen Tee kann man über Religion, Gott und die Welt aber auch über Ängste, Sorgen und Vorurteile sprechen.

Die Pegida und solche ähnliche Bewegungen versuchen ihren Hass zu Verbergen. Angeblich hätten die nur Sorgen. Man fürchtet sich vor Terrorismus und Extremismus. Glauben Sie mir, das Wissen wir, die Minderheiten schon gut.

Also frage ich jetzt diese Menschen, können wir nicht zusammen über unsere Sorgen sprechen, gemeinsam die Probleme anpacken und miteinander glücklich werden? Ich lebe seit ein paar Jahren in Deutschland und das schönste hier ist die Vielfalt und Offenheit. Es ist eine Bereicherung so viele unterschiedliche Kulturen, Ethnien, Religionen, Lebensformen kennenlernen zu dürfen. Das darf uns nicht fehlen.

Also wir, Juden, Muslime, Alt- und Neuzuwanderer, Bio- und Wahldeutsche, wir sind das Volk. Wir sind hier. Wir bleiben hier. Und das ist gut so!

(Seit vier Wochen reden wir jeden Montag gemeinsam mit anderen Initiativen aus Berlin gegen den Hass von Pegida und Co. an. Diesen Redebeitrag hat unser Mitglied Deniz Mert Mercan am 19. Januar 2015 bei der #NoPegida-Kundgebung in Berlin gehalten.)

Salaam-Schalom bei #NoPegida

Es ist beängstigend und beschämend für mich, in Dresden und Leipzig so viele Menschen für Pegida auf der Strasse zu sehen.

Und genaus so ist es auch ein befreiendes Gefühl, in Dresden und Leipzig und hier in Berlin so viele Menschen gegen die Bewegung demonstrieren zu sehen.
Bei diesem Anblick kann ich mir ein Deutschland vorstellen, in dem ich gerne leben möchte.

Dabei nur die Zahlen zu betrachten, verleitet uns aber dazu, in unserer Überzahl einen Sieg zu sehen.
Oft hatte ich in den letzten Tagen das Gefühl, dass durch die Grösse der Gegendemonstrationen die Relevanz der Pegida Bewegung abgewertet wird.
Aber das Problem, mit dem wir hier konfrontiert werden, ist nicht gelöst, wenn Pegida nicht mehr auf der Strasse zu sehen ist.

Die Berührungsängste, der Wissensmangel, die Verschlossenheit und die Abneigung gegen alles Fremde sind keine Themen, die nur in Ostdeutschland bleiben. Diese Probleme treten nicht nur in der Gestalt einer Demonstration in Erscheinung. Diese Entwicklung betrifft uns alle – überall in Deutschland.

Tausende Deutsche besuchen diese Demonstrationen, und tausende mehr sympathisieren still mit diesem Gedankengut. Und auch wenn diese Sympathiesanten nicht in die Öffentlichkeit gehen, spürt man, dass Pegida in den letzten Wochen eine Veränderung herbeigeführt hat, die sich in alle Bereiche zieht.

Freunde von mir wurden hier in Berlin in der Ubahn aufgefordert, das Land zu verlassen, oder gefälligst Deutsch mit Ihrem Kind zu sprechen. Vor einigen Tagen wurde ich zusammen mit einer arabischen Freundin höflichst darum gebeten, eine Kneipe wieder zu verlassen.

Fremdenfeindlichkeit trägt heute in Deutschland wieder einmal nicht nur Glatze und Stiefel, sondern wird auch in der Mitte der Gesellschaft ohne Schahm offen ausgesprochen. Es häufen sich rassistische Anfeindungen im öffentlichen Raum. Es wird kein Blatt mehr vor den Mund genommen. Viele Deutsche zeigen uns Ihre Angst, und Ihren Unwillen, andere willkommen zu heissen.

Eigentlich können wir Pegida dankbar dafür sein. Heute ist Deutschland gezwungen, sich mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Wir dürfen keinen Tag länger ignorieren, was hier unter der Oberfläche brodelt.

Es ist nicht genug, dabei nur zu demonstrieren. Wir tragen gemeinsam die Verantwortung für die Entwicklung unserer Gesellschaft.

Solidarität und tägliche Zivilcourage sind unsere Beiträge für ein Deutschland, in dem Christen, Muslime und Juden, Deutsche und Migranten sich gleichermassen sicher und wohlfühlen können. Ich will mich für dieses Land nicht schämen müssen.

(Seit vier Wochen reden wir jeden Montag gemeinsam mit anderen Initiativen aus Berlin gegen den Hass von Pegida und Co. an. Diesen Redebeitrag hat unser Mitglied, Rebecca de Vries am 26. Januar 2015 bei der #NoPegida-Kundgebung in Berlin gehalten.)

5.1. #NoRacism #NoBärgida

Komm mit uns auf die Straße!

Gemeinsam gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung auf die Straße!

**english below**

Auftakt 17.00 Uhr Klosterstaße/Ecke Stralauer Str.

‪#‎NoPegida‬ ‪#‎NoBergida‬ ‪#‎NoBärgida‬ ‪#‎NoRacism‬

Der „Patrioten e.V.“ versucht mit einer Demonstration am 05. Januar in Berlin einen “Pegida”-Ableger unter dem Namen „Bärgida“ zu etablieren. Hinter dem “Patrioten e.V.” stecken das rechte bis völkisch-nationalistische Umfeld von Gruppen wie “German Defence League”, “Pro Deutschland”, “Die Freiheit”, aber auch sogenannte „Identitäre“ und Sympathisant_innen von AfD und NPD.
Als verängstigte Bürger_innen verharmloste Nazis und Rassist_innen mobilisieren seit Wochen zu Aufmärschen, die sich hauptsächlich gegen Geflüchtete und Muslime_a richten. Ängste vor dem Verlust von Privilegien und des eigenen sozialen Status werden geschürt, Sündenböcke erfunden und Betroffene gegeneinander ausgespielt.

Politiker_innen aus Bundes- und Landesregierungen verbergen mit zaghaften Abgrenzungen von Pegida ihre eigene Verantwortung für die rassistischen Mobilisierungen. Diskriminierende Debatten über einen angeblichen “Asylmissbrauch” dienen ihnen im politischen Tagesgeschehen als Rechtfertigung für Sanktionen, Verschärfungen des Asylrechts und die Ausgrenzung von Menschen. Die Argumentationsmuster und Vorgehensweisen ähneln dabei der “Das Boot ist voll”-Rhethorik Anfang der 1990er Jahre.
Heute nehmen rassistische Angriffe europaweit zu. Ziel sind oft Geflüchtete und ihre Unterkünfte, Moscheen, Muslime_a, Rom_nija und Schwarze Menschen. Diese erschreckenden Entwicklungen nehmen wir zum Anlass, uns jeder Form von Rassismus noch entschlossener entgegenzustellen. Wir sagen: Rassismus blockieren ist unser Recht! Wir verhandeln und verharmlosen nicht, wir ergreifen die Initiative!

Der Widerstand wächst bereits: Bonn, Kassel, Dresden, München – mittlerweile stellen sich zehntausende den rassistischen Aufmärschen in den Weg. Wir rufen alle Berliner_innen dazu auf, sich den rechten, nationalistischen und rassistischen Gruppierungen ebenso in den Weg zu stellen! Pegida, Bärgida, egal unter welchem Namen, wir werden den organisierten Rassismus stoppen, in Berlin und anderswo!
Die Kämpfe gegen Rassismus und vor allem die Forderungen der erstarkenden Bewegungen von Geflüchteten zeigen die Richtung an, in die unsere Gesellschaft verändert werden muss. Stellen wir uns den Rassist_innen am 05. Januar entgegen!
Machen wir deutlich, wie vielfältig und stark unsere Solidarität ist!

Bündnis gegen Rassismus

Erstunterzeichner_innen:
Afrika-Rat Berlin Brandenburg
Allmende e.V.
AFROTAK TV cyberNomads
Antifaschistische Linke Jugend (alj)
Andere Zustände Ermöglichen
Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der AntifaschistInnen
Bündnis Neukölln – Miteinander für Demokratie, Respekt und Vielfalt
Bündnis Zwangsräumung Verhindern
Büro Eta Boeklund, Dr. Angela Dreßler
FelS-Berlin (organisiert in der IL)
Kampagne Zusammen handeln – gegen rassistische Hetze und soziale Ausgrenzung
Initiative Grenzen_weg! der Alice-Salomon-Hochschule Berlin
IniRromnja
ISD Bund e.V. Initiative Schwarze Menschen in Deutschland
Museum des Kapitalismus
NaturFreunde Berlin
Salaam-Schalom Initiative
ver.di Bezirk Berlin

Unterstützer_innen:
BO Gesundbrunnen
Jusos Berlin
Landesarbeitsgemeinschaft Antifaschismus DIE LINKE Berlin
Die Linke. Berlin

++++

Jan. 5th: Demo – United against racist propaganda and social exclusion!

5pm Klosterstraße/Stralauer Str.

#NoPegida #NoBergida #NoBärgida #NoRacism

The “Patrioten e.V.” is trying to establish a branch of “Pegida” under the name “Bärgida” through a demonstration in Berlin on January 5th. At the bottom of the “Patrioten e.V.” is the right-wing and folkish-nationalist surrounding of groups such as “German Defence League”, “Pro Deutschland”, “Die Freiheit”, but also socalled “Identitäre” and symapthizers of AfD and NPD.
Trivialized as scared citizens, Nazis and racists have been mobilizing for demonstrations against refugees and muslims for weeks. Fears of losing privileges and the own social status are being stoked, scapegoats invented and the ones concerned are played off against each other.

Politicians from national and federal governments hide their own responsibilty for the racist mobilization through tentative dissociation from Pegida. Discriminating debates about alleged “asylum abuse” are serving as a legitimization for sanctions, aggravation of asylum laws and exclusion of people in daily political practice. The pattern of argumentation and the course of action thereby resemble the “The boat is full”-rhetoric in the early 1990s.

Racist attacks are increasing europe-wide these days. Often refugees and their accomodation, mosques, Muslims, Rom_nija and Black people are targeted. We take this shocking development as a cause to make an even stronger stand against any form of racism. We say: Blocking racism is our right! We do neither negotiate nor trivialize, we take the initiative!

The resistance is already growing: Bonn, Kassel, Dresden, Munich – by now, tens of thousands are opposing the racist demonstrations. We call all people in Berlin to also take a stand against right, nationalist and racist groups! Pegida, Bärgida, no matter under what name, we will stop organized racism, in Berlin and elsewhere!
The fight against racism and especially the demands of the increasingly strong movement of refugees show the direction to which our society must be changed. Let’s rise against the racists on Jan. 5th! We will make clear how diverse and strong our solidarity is!