[Postkarte] Neukölln: Eine No-go-Area?

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Neukölln ist eine No-go-Area für Rassisten.

In Neukölln und in Berlin sind alle zu Hause – aber wer diese Vielfalt nicht möchte, nicht aushält, darf auch nicht davon ausgehen, dass er oder sie willkommen geheißen wird. Die Salaam-Schalom Initiative steht uneingeschränkt gegen jede Art von Rassismus, Islamophobie, Antisemitismus und Hetze. Wir stehen für ein tolerantes, offenes und friedliches Zusammenleben in Neukölln und darüber hinaus.

[Postkarte] Haben Frauen im Islam keine Rechte?

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Hast du schon deine muslimische Nachbarin gefragt?

Das Bild über „die muslimische Frau“ in der Mehrheitsgesellschaft ist alles andere als freundlich. Muslimische Frauen werden oft pauschal als unterdrückte Wesen dargestellt und als Argumente missbraucht. Zur selben Zeit getsaltet sich die Realität natürlich viel komplizierter: Wusstest du zum Beispiel, dass von fünf der größten Länder mit muslimischer Mehrheitbevölkerung vier schon Staatschefinnen hatten oder haben (Bangladesch, Indonesien, Pakistan und die Türkei)?

Genitalverstümmelungen bei Frauen ist kein rein islamisches Problem, um dies zu ändern müssen wir also Musliminnen empowern anstatt sie immer nur als Opfer zu sehen. Christinnen und Jüdinnen tragen auch Schleier bzw. bedecken auch ihr Haar, wir würden nie auf die Idee kommen sie alleine deswegen anders (egal wie) zu behandeln. Austausch mit muslimischen Frauen ist der erste Schritt sich besser kennenzulernen, Vorurteile abzubauen und Probleme zu lösen.

 

[Postkarte] Medienvielfalt?

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In den meisten Rundfunkräten gibt es keine muslimische Vertreter.

Radio Bremen war der erste öffentlich-rechtliche Sender mit einem muslimischen Vertreter im Rundfunkrat. Das war im Jahr 2013. Die Landesregierung in Bremen hat ihre Reform so erklärt: „Muslime in Bremen stellen eine Gruppe von großer gesellschaftlicher Relevanz dar“. Die Politik in der Hansestadt hat das eingesehen. In den anderen Bundesländern ist man noch nicht so weit. Bislang werden Muslime in den Aufsichtsgremien der neun ARD-Anstalten, des ZDF und des Deutschlandradios nicht über einen eigenen Sitz repräsentiert. Das ist ein Verstoß gegen das Gebot der Gleichbehandlung – und vernachlässigt fünf Prozent der Bevölkerung, die ebenfalls Gebühren für das Programm bezahlt.

[Postkarte] Gleiche Rechte?

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In Deutschland ist der Gebetsruf des Muezzins verboten.

In einem säkularen Staat dürfen Religionen nicht diskriminiert werden, es gilt das strikte Gebot der Gleichbehandlung. Ein Muezzin ruft die Muslime der Umgebung fünf Mal am Tag von einem Minarett herab zum Gebet auf (Adhān). Zumindest am Freitagmittag würden viele Gemeinden diese Tradition gerne pflegen. Bis auf ein paar lokale Ausnahmen, wie z.B. Duisburg, ist es im Bundesgebiet allerdings strikt nicht erlaubt. Es störe die öffentliche Ordnung, argumentieren die Behörden. Wenn es dann eine Gemeinde nach einer langen juristischen Auseinandersetzung schafft, die Genehmigung für den Gebetsruf zu bekommen, ist es eine skeptische Schlagzeile wert.

Wir glauben daran, dass in einer multireligiösen Gesellschaft jeder Bürger die öffentliche Ausübung einer anderen Religion dulden können muss. In einem säkularen Staat sollen alle religiösen Gruppen gleiche Rechte genießen: Glocken dürfen geläutet werden, der Muezzin darf zum Gebet rufen.

[Postkarte] Ruhe in Frieden?

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In den meisten Bundesländern sind muslimische Bestattungen nicht erlaubt.

Die muslimische Bestattung besteht aus einem sarglosen religiösen Begräbnis. Darin sieht der deutsche Staat ein Problem: ohne Sarg keine Beerdingung. Der Grund dafür ist eine Regelung aus dem 17. Jahrhundert. Die Menschen waren sich damals noch unsicher, ob jemand tot ist oder nicht und bewahrten die Leiche 48 Stunden in einem Sarg auf bevor es unter die Erde ging.

Tatsächlich richten immer mehr Friedhöfe in Deutschland eine Abteilung für Muslime ein, aber auch hier müssen sie einen Sarg benutzen. Es gibt Muslime, die einen Kompromis machen, und ihre verstrobenen Angehören unter diesen Umständen bestatten lassen. Die Mehrheit möchte sich auch deswegen aber in ihren Herkunftsländern betsatten lassen.

Und das soll auch erwähnt sein: viele Juden haben ein ähnliches Problem.

Der Vorgeschmack zu unserer Posterkampagne 2015

headerIn Deutschland wohnen fünf Millionen Muslime: sie sind in mehreren Angelegenheiten noch Bürger zweiter Klasse. Sie erfahren juristische Diskriminierung, da sie als religiöse Gemeinde in Deutschland nicht vollständig anerkannt sind. Auch als Individuen kämpfen sie alltäglich gegen Diskrimierung und Rassismus. Um darauf aufmerksam zu machen, werden wir eine Plakatkampagne im Jahr 2015 starten. Als Vorgeschmack haben wir Postkarten zum verteilen und in die Küche hängen gedruckt: Spread the word!

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Die Postkarten sind schon angekommen!

Willst du beim Verteilen der Postkarten helfen? Melde dich!

Die Entwürfe stellen wir bald auch online bereit zum herunterladen, drucken und teilen.