Importierter Hass oder einheimische Angstmache?

Importierter Hass oder einheimische Angstmache?

Ist die Furcht vor arabischem Antisemitismus berechtigt?

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Ort: taz-Café (Rudi-Dutschke-Straße 23, 10969 Berlin)
Datum: 21. März 2016, 18:00

In den letzten Monaten wurde von verschiedenen Seiten die Sorge geäußert, mit den Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak kämen problematische Einstellungen ins Land. Denn die Geflüchteten kämen zum Beispiel aus Ländern, in denen eine antizionistische Haltung zur Staatsräson gehöre und eine „antisemitischen Kultur“ vorherrsche.

Was aber genau ist eine „antisemitische Kultur“? Kann eine antizionistische Einstellung mit Antisemitismus gleichgesetzt werden? Oder ist dies lediglich ein Versuch, Antisemitismus auf die Neuankömmlinge abzuschieben und die Mehrheitsgesellschaft zu entlasten?
Diese Fragen stehen im Zentrum der von der Salaam-Schalom Initiative organisierten Podiumsdiskussion.

Referentinnen:
Emily Dische-Becker, freie Journalistin und Filmproduzentin
Cilly Kugelmann, Programmdirektorin des Jüdischen Museum Berlins
Nadja Tawfiq, Juristin und antirassistische Aktivistin

Moderator:
Daniel Bax, Inlandsredakteur der taz

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[Veranstaltung] Schatten des Regenbogens – Rassismus unter Queeren

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Zeitpunkt: 28. Oktober 2015, 19:00
Ort: Werkstatt der Kulturen (Wissmanstr. 32, 12049 Berlin-Neukölln)

(Scroll down for English translation.)

Ist es möglich, dass eine Demonstration gegen Homophobie in Neukölln Rassismus fördert? Ist Homophobie in Deutschland heute ein Problem der „Migranten“? Wie lassen sich rassistische Vorstellungen in den Sphären LGBTQ-Identitäten charakterisieren?

Diese und ähnliche Fragen stellen wir bei unserer Podiumsdiskussion. Gemeinsam versuchen wir herauszufinden, wo und warum sich der LGBT-Aktivismus irrte, und wie man seine solidarischen Grundlagen wiederbeleben kann.
Wir versuchen uns Fragen der Sexualität, Homo- und Transphobie durch eine alternative Perspektive anzunähern. Eine Perspektive, die die Vielfältigkeit der Geschlechtsidentitäten gerecht ist, die die Stimmen der Marginalisierten und Unterdrückten mit einbezieht, und sich mit den politischen, ökonomischen und sozialen Verhältnissen verknüpfen lässt.

Referenten:
Jay Keim, Genderwissenschaftlerin, Aktivistin
Sepehr Masakeni, Lyriker, Blogger, Aktivist
Koray Yilmaz-Günay, Aktivist, Publizist, Verleger

Moderator:
Iskandar Ahmad Abdalla (Salaam-Schalom Initiative)

Shadows of the Rainbow – Racism among Queers

Is it possible that a demonstration against homophobia in Neukölln can enhance racism? Is homophobia in Germany a problem of „migrants“? How can racist ideas in the spheres of LGBTQ identities be characterized?

These and similar questions we ask at our panel discussion. Together we try to figure out where and why the LGBT activism was mistaken and how one can reanimate their solidary roots.
We try to approach questions of sexuality, homo- and transphobia through an alternative perspective. A perspective which does justice to the variety of gender identities, includes the voices of the marginalized and oppressed people, and which takes into account the political, economical and social circumstances.


In Kooperation mit der logo_wdk_weiss_rot_300.

 

[27. Juni] Meinungsfreiheit, Privilegien und Unterdrückung / Freedom of Speech, Priviliges and Opresssion

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Kirsten Kötter: Frauen lesen den Koran vor dem Gebet. Aquarell, Sehitlik Moschee April 2015

(scroll down for English version)

Die Sehitlik-Moschee, die größte (und vielleicht auch schönste) Berliner Moschee ist Gastgeberin einer Podiumsdiskussion, organisiert von der Neuköllner Salaam-Shalom Initiative. Thema der Diskussion sind die Arbeiten von KünstlerInnen, die u.a. im Rahmen des Kunstfestivals ausstellen und selber aktive Mitglieder der Salaam-Shalom Initiative sind. Die KünstlerInnen stellen ihre Arbeiten in den privaten Wohnräumen von muslimischen, jüdischen und christlichen NeuköllnerInnen aus und eröffnen damit einen Dialog der unterschiedlichen Lebenswelten. Im Anschluss an die Diskussion wird es zum Ausgang des Schabbats eine Havdala-Zermonie und ein Iftar-Abendessen (Fastenbrechen während des Monats Ramadan) geben.

Moderatorinnen: Rebecca De Vries und Armeghan Taheri
Referent_innen: Soufeina Hamed und Iskandar Ahmad Abdalla, mit der Teilnahme von Deborah S. Philips, Sanija Kunelovic, Adi Liraz und weitere Künstler_innen

Wir ermutigen alle, Speisen bzw. Snacks mitzubringen. Der Abendessen ist vegan und alkoholfrei. Praktischerweise halten wir so automatisch alle jüdischen und muslimischen Speisevorschriften ein.

Mehr Infos: http://www.48-stunden-neukoelln.de/de/event/freedom-speech-privileges-and-oppression

Facebook-Seite der Veranstaltung

The Sehitlik Mosque, which is the largest (and possibly the most beautiful) mosque in Berlin will host a podium discussion on June 27, 2015 organised by the Salaam-Shalom initiative, which is based in Neukölln. The discussion will focus on the work of the artists who are participating in 48 Stunden Neukölln who are also active members of Salaam-Shalom. These artists will present their work in private homes of Moslem, Jewish or even Christan residents of Neukölln, opening up dialogue between a range of lifestyles. After the end of the discussion, both the end of Shabbat in the form of a Havdala cermony and a dinner to complete the day’s Ramadan fast, known as Iftar will bring the evening to a close.

Moderated by Rebecca De Vries und Armeghan Taheri
Guests: Soufeina Hamed und Iskandar Ahmad Abdalla with the participation of Deborah S. Philips, Sanija Kulenovic, Adi Liraz and other artists

We encourage everyone to bring vegan snacks for the dinner.

Details: http://www.48-stunden-neukoelln.de/en/event/freedom-speech-privileges-and-oppression

Zwischen Antisemitismus und Antimuslimismus [Foto]

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Tarek Bärliner, Dekel Peretz und Dr. Juliane Wetzel diskutierten heute mit Mekonnen Mesghena und dem Publikum über Antisemitismus und Antimuslimismus in der Werkstatt Der Kulturen Berlin. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden und arbeiten schon an der nächsten Gelegenheit für Austausch in Sachen friedliches Zusammenleben in Neukölln und darüber hinaus.

(Foto: William Noah Glucroft)

Zwischen Antisemitismus und Antimuslimismus: Die Teilnehmenden

Die Teilnehmenden unserer Podiumsdiskussion am 11. November um 18:00 in der Werkstatt der Kulturen:

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Tarek Bärliner (oben links), Dekel Peretz, Juliane Wetzel und Mekonnen Mesghena (unten rechts)

Die Gäste:

Tarek Bärliner
Journalist, Islamische Zeitung

Tarek Bärliner stammt, passend zum Namen, aus Berlin. Durch sein Studium der Kommunikationswissenschaften kam er zu der Islamischen Zeitung, bei der er für das Online-Ressort zuständig ist. Während des Gaza-Kriegs im Sommer 2014 startete er in der  IZ ein Programm zur Erinnerung an die muslimisch-jüdische Freundschaft. Der Sohn eines Deutschen und einer Syrerin ist außerdem ehrenamtlich tätig im Shems Sozialnetzwerk und der Semerkand-Moschee in Schöneberg.

Dekel Peretz
Historiker, Programmorganisator der Fraenkelufer Synagoge

Dekel Peretz ist in Israel und in den USA aufgewachsen. Seit zwölf Jahren lebt er in Berlin, studierte an der Humboldt und der Technischen Universität Geschichte, Philosophie und Volkswirtschaftslehre. Zur Zeit arbeitet er an seiner Dissertation im Bereich deutsch-jüdische Geschichte am Moses-Mendelssohn-Zentrum in Potsdam. Seit über zwei Jahren engagiert er sich im Rahmen des Vereins „Freunde des Fraenkelufers“ beim Aufbau der Synagoge Fraenkelufer als ein Zentrum für das jüdische Leben in Kreuzberg.

Dr. Juliane Wetzel
Antisemitismusforscherin, Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin

Juliane Wetzel promovierte in Geschichte und Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Seit 1991 ist sie Mitarbeiterin des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Zu ihren Arbeitschwerpunkten gehören Rechtsextremismus, insbesondere Rechtsextremismus und Antisemitismus im Internet sowie die verschiedenen Formen des Antisemitismus im In- und Ausland. Sie hat mehrere Bücher und zahlreiche Aufsätze zur Zeitgeschichte, zur deutsch-jüdischen Geschichte und zu Displaced Persons vorgelegt. Sie war Mitglied des unabhängigen Expertenkreises des Deutschen Bundestages gegen Antisemitismus (Co-Koordinatorin) war.

Der Moderator:

Mekonnen Mesghena
Leiter des Bereiches Migration und Diversity in der Heinrich-Böll-Stiftung

Mekonnen Mesghena leitet das Referat Migration & Diversity der grünnahen Heinrich-Böll-Stiftung. Zuvor war er zuständig für die medienpolitischen Aktivitäten der Stiftung. Er arbeitete mehrere Jahre als freier Journalist und schreibt heute für diverse inländische und internationale Magazine, Rundfunkanstalten und Websites. Er engagierte sich mehrere Jahre als Sprecher des Dritte Welt Journalisten Netzes und hat 1993 Media Watch Germany mitgegründet. Im Frühjahr 2013 löste seine Initiative, rassistische Ausdrücke aus Kinderbüchern zu entfernen, eine heftige Mediendebatte über Rassismus, Sprache und Zensur aus. Bekannt auch als „Kinderbuchdebatte“ oder „N-Wort Debatte“ wurde sie weit über die Grenzen Deutschlands hinaus diskutiert.

Zwischen Antisemitismus und Antimuslimismus

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„Hamas, Hamas, Juden ins Gas!“ – riefen Demonstranten auf pro-palästinensischen Kundgebungen im Juli 2014. Kurz darauf schrieben Zeitungen über „importierten Antisemitismus“ und darüber, dass die Nazis von heute nicht mehr „Heil Hitler“ rufen, sondern „Allahu akbar“.

Wir hören und lesen regelmäßig über Antisemitismus unter Muslimen in Deutschland – obgleich über 90% der antisemitischen Straftaten von deutschen Mehrheitsangehörigen begangen werden. Nach den pro-palästinensischen Kundgebungen meinten einige gar, dass es eine „Lawine von Antisemitismus“ in Deutschland gäbe; andere nennen das Jahr 2014 die „schlimmste Zeit seit dem Holocaust“.

Was ist hier los? Ist Antisemitismus unter Muslimen mit familiären Bezügen zum Nahen Osten tatsächlich weiter verbreitet, als unter anderen religiös-kulturellen Gruppen in Deutschland? Oder liefern uns deutsche Medien einen unguten Cocktail aus routiniertem Muslim-Bashing und spontanem Philosemitismus, um sich aus der historischen Verantwortung für die Shoa zu stehlen?

Diese und weitere Fragen werden bei dem Podiumsgespräch der Salaam-Schalom Initiative am 11. November um 18:00 in der Werkstatt der Kulturen (Wissmanstr. 32, 12049 Berlin-Neukölln) im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus 2014 diskutiert.

Gäste:

  • Tarek Bärliner, Journalist der Islamischen Zeitung
  • Dekel Peretz, Historiker, Programmorganisator der Synagoge Fraenkelufer
  • Dr. Juliane Wetzel, Antisemitismusforscherin am Zentrum für Antisemitismusforschung, Technische Universität Berlin

Moderator:

  • Mekonnen Mesghena, Leiter des Bereiches Migration und Diversity in der Heinrich-Böll-Stiftung

Mehr Infos über die Teilnehmenden: https://salaamschalom.wordpress.com/2014/11/06/zwischen-antisemitismus-und-antimuslimismus-die-teilnehmenden/